IKZ Ankündigung vom 05.02.2011 zur Slight Return Project Premiere am kommenden Samstag.
Power-Trio gibt Debüt im Club
Thomas Hesse, Marc Mennigmann und John Sternberg sind das „Slight Return Project”
Von Ralf Tiemann
ISERLOHN. Dass das alles zusammenpassen und am Ende gut klingen soll, will man gar nicht glauben, wenn einem die gewagte Konstellation des „Slight Return Projects” geschildert wird. Mit dem jungen Prog-Metal-Schlagzeuger John Sternberg, dem Jazzpianisten Marc Mennigmann, der inzwischen auf den Chapman-Stick umgestiegen ist, und dem Iserlohner Blues-Gitarristen Thomas Hesse haben nicht nur drei Musikergenerationen zusammengefunden, sondern auch drei Musikstile und -Philosophien, die auf den ersten Blick gar nicht vereinbar sind.
Denn während John Sternberg in dem symphonisch angelegten „Progressiv Metal” mit seiner Band „Perfect Symmetry” alles bis ins kleinste ausarrangiert und jeden Schlagzeugschlag auszählt und festlegt, kann die Musik für Marc Mennigmann gar nicht frei genug sein..Mit seiner Band „SAAL”, in der er ebenfalls zum Stick anstatt zum Keyboard greift, hat er die üblichen Grenzen von Rocksongs oder Jazzstandards längst aufgehoben und bewegt sich mit seinen Mitstreitern völlig losgelöst durch Rhythmus und Harmonie. Irgendwo dazwischen bewegt sich der Kopf der „Pee Wee Bluesgang”, Thomas Hesse, mit handgemachten Rock-Songs und ausgeprägtem Hang zur Improvisation.
„Ich war auch erst ziemlich skeptisch”, verrät John Sternberg, der ja sonst ausschließlich „harte Mucke macht”, wie er sagt, und mit Jazz und Blues eher weniger am Hut hat. „Es funktioniert aber, da passt was, und die Kommunikation stimmt.” Auch Thomas Hesse hätte sich diese Konstellation gar nicht so super vorgestellt, wie sie sich nun entwickelt hat. Und Marc Mennigmann ist ohnehin begeistert, schließlich stammte die Idee, ein richtiges Power-Trio auf die Beine zu stellen, von ihm. Geboren wurde sie, nachdem er Adrian Belew (Gitarrist bei Zappa und „King Crimson”) mit einem derartigen Trio, bei dem es richtig zur Sache geht, gesehen hatte. Für die Zusammenführung dieser drei so gegensätzlichen Musiker war dann aber Daniel Zobel verantwortlich, der als Geschäftsführer des Jazzclubs „Henkelmann” von dem Plan erfuhr und sofort begeistert war, diese Idee unter seinem Dach zu verwirklichen.
Seit ein paar Wochen proben die drei Musiker nun im Proberaum von John Sternberg, und was da herausschallt, klingt schon sehr nach „Power Trio”. Kein Wunder, denn zum Warmmachen und zum „Trio-Spielen-Lemen”, wie Thomas Hesse sagt, setzt es zu Beginn der Proben erst mal ein paar Hendrix-Klassiker, bevor es an das Ein- und Selbstgemachte geht. Man muss sich ja schließlich auch erst mal kennen lernen. „Wir arbeiten in Songs”, kündigt Marc Mennigmann an, dass es keine ganz so freie Show geben wird, wie bei seinem „SAAL”-Auftritt im Henkelmann. Ob instrumental oder mit Thomas Hesse am Mikrofon – das Publikum darf sich also im Rahmen von abgerundeten Songs wohlfühlen.
Und natürlich in einem brachialen Sound aus Gitarre, Schlagzeug und einem Stick, der in erster Linie die Aufgaben des Basses übernimmt. Richtig laut soll es werden, denn Pate für das „Slight Return Project” standen am Ende auch T.M. Stevens, Eric Gales und Keith LeBlanc die im November mit ihrem „Voodoo Chile Project” auf sehr kompromisslose Weise zeigten, was mit einem auf allen Positionen erstklassig besetzten Trio alles möglich ist, und damit ein großes Henkelmann-Publikum überwältigten. Im Publikum standen auch Marc Mennigmann und Thomas Hesse und waren sich einig, dass sie so etwas auch wollen. Und so wurde aus dem „Voodoo Chile Project” das „Slight Return Project”, denn „Slight Return” ist das, was hinter dem Titel des Hendrix-Songs „Voodoo Chile” in Klammern steht. Auf die Hendrix-Klassiker, die aus dem Probenraum schallten – das ist schon zu erahnen – darf sich das Publikum also auch bei der Premiere des „Slight Return Projects” freuen.
Zu hören ist das Trio am Samstag, 12. Februar, ab 21 Uhr (Einlass 20 Uhr) im Henkelmann an der Oberen Mühle




